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Radtour 2006 The UglyOlio - Schweiz

The Good The Bad And The UglyOlio


Es ging von Immenstadt nach Immenstadt, über Rohrmoos, Chur, Lenzerheide, Julierpass, St. Moriz, Davos, Imst, Hahntennjoch und Oberjoch.

Tourprofil

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Tag 1: Regen und Reperatur

18.08.2006

Der Plan war glasklar: Treffpunkt um halb 9 bei Stefan mit pünktlicher Abfahrt eine Stunde später, nach einem Frühstück. 7:00 Uhr, der erste Anruf: “Was machen wir mit dem Regen und dem Sturm? Das geht ja unmöglich!” Wir treffen uns zwei Stunden später. Gesagt, getan, traf man sich zum Frühstück. Es regnete und regnete und wir warteten zwei weitere Stunden. Doch dann war es soweit: Mittags konnten wir endlich losfahren.

Trotz einer Fahrradreperatur kamen wir zügig vorran. Vor dem Riedbergpaß noch eine große Fahrradreperatur, dann hinauf. Sehr kurz und sehr knackig kommentierte Marius: “Verdammte Scheiße! Drei Jahre fahr’ ich überhaupt nicht und dann sowas.”

Oben angekommen, wuchs eine kleine Brotzeit doch noch zu einer ganz Großen heran, da alle furchtbar Hunger hatten. Bei der Abfahrt verlor Fabian zuerst die Speichen, dann die Ladung. Kurz vor sechs schafften wir es zur Reperatur noch nach Balderschwang in einen Fahrradladen, kauften Essen und Erfrischungsgetränke und machten noch einige Kilometer gut. Zwischen Balderschwang und Hittisau dichtete Stefan folgendes Poem:

In Balderschwang der Balder schwang
sein Ding und dann die Balder.
I glaub’ i schwing’, der Balder sang
und des no’ in sei’m Alder.

In Hittisau, bei Hitzestau
Erklingt ein Lied, ich hör es.
„So schön ich sing“, durchs Tal es schwang
Ein Hit wird’s au, ich schwör es.

Naja, es kam allgemein nicht so gut an. Es ging dann noch einige Kilometer weiter. Wir schafften es aber nicht bis zum geplanten Götzis, weshalb wir in Dornbirn lagerten, wo uns ein netter Bauer auf seine Wiese einlud und kochten dort um die Wette.

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Tag 2: Chur ist noch weit

19.08.2006

Heute mussten wir früh aufstehen, um pünktlich weg zu kommen. Doch pünktlich zur Abfahrt gab es bei Hannes W. einen Platten und nicht nur das: Wir stellten dabei auch fest, dass sogar die Schaltung abfiel. Die Reperatur in Dornbirn dauerte wieder bis Mittag.

Danach fuhren wir zügig am Rheinufer entlang. In Vaduz winkten wir dem verduzten Fischfürsten zu und erfrischten uns in einem fürstlichen Bach. Allerdings war auch heute das Ziel Chur nicht zu schaffen. Wegen des schönen Platzes entschieden wir uns in Fläsch das Lager aufzubauen. Fantastisches Essen mit Gorgonzola, Krabben, Pilzen, Lachs, etc. und zum Abschluss ein tolles Feuerwerk unten aus Bad Ragaz belohnten uns für die ganze Plagerei.

Nachts setzte wieder der Regen ein.

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Tag 3: Wir bleiben

20.08.2006

Der Regen, der gestern Nacht einsetzte, endete erst gegen heute Nachmittag. Wir entschlossen uns deshalb zu bleiben.

Gegen den Regen bauten wir uns ein Pavillion, gegen die Kälte eine Sauna. Wir besichtigten Kunst in Bad Ragaz, fanden Pilze, machten eine Bergtour, lernten Skart, spielten Siedler von Catan und lösten ein Städterätselproblem mit folgendem Satz:

In der Bücherei fand ich endlich den langgesuchten Band von Ottmar, Seillehrbuch Band 3: Alle Knoten. Ich war froh.

Am Abend wurde unsere neugebaute Sauna ausgiebig und mit diversen Aufgüssen benutzt. Danach entwickelte sich eine lange Diskussion, ob die Lenzerheide, die am nächsten Tag anstand, ein Pass ist und was überhaupt der Unterschied zwischen Joch, Sattel und Pass ist. Vielleicht weiß das hier jemand und kann die Frage beantworten. An diesem Abend stellte sich auch heraus, dass man kein Radio mitnehmen muss, wenn Benni Burkhard mit dabei ist. Er kann das ganze Programm heruntersingen. Hervorragande Abendunterhaltung.

Morgen geht es weiter in Richtung Chur.

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Tag 4: Die große Runde

21.08.2006

Der vierte Tag unserer Radtour startete eigentlich perfekt: Das Wetter war gut, wir starteten früh (früher als bisher) und es gab keinen Pannen und Reperaturen - es ging alles glatt. Dann kam allerdings eine Umleitung mit geschenkten 200 Höhenmetern - ziemlich senkrecht. Wir waren wohl schon am Anfang des Passes kaputt.

Danach gings zügig zur Lenzerheide und die Anfahrt bewies: Es ist ein Pass und zwar der strengste. Wir kamen trotzdem drüber. Oben dann aber große Diskussion: Fahren wir die große Runde über drei Pässe (Flüelapass, Albulapass, Julierpass) oder fahren wir nur über den Albula?

Wir entschieden uns schließlich für die große Runde.

Tag 5: St. Moritz bei 0 Grad

22.08.2006

Heute Morgen wurden wir von einem Helikopter geweckt, wo die Techniker eine Stromleitung einzogen. Danach ging es relativ schnell auf den Julierpass (Pass dal Güglia), der uns aber andauernd austrickste: Es kam eine Stufe nach der Anderen und der Höhepunkt war an einer Spitze: Jeder meinte wir sind jetzt oben, aber nein, es ging nochmal zwei Kilometer und zwar richtig rauf. Oben angekommen trafen wir einen Bremer, der radeln saudoof findet aber immer weiter, immer noch mehr Touren fahren will.

Die Abfahrt war dann kurz aber knackig. Wir trafen in St. Moritz ein, ein einfaches, verärmtes Dorf mit seltsamen gigantisch großen Ställen. Dort fanden wir einen schönen Lagerplatz für die Nacht. Die war dagegen recht ungemütlich, denn die Temperatur lag beim Nullpunkt - alle froren. Übele heizte uns alle ein, Benni löste ihn morgens ab, so dass das Lagerfeuer uns alle doch einigermaßen am Leben hielt.

Ansonsten hat an diesem Tag noch Homöopathie Darmbeschwerden beim Markus geheilt. Morgen geht es weiter zum Albula.

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Tag 6: Den Albula rauf

23.08.2006

Nach einer bitterkalten Nacht - 2 Grad zeigte das Thermometer von Peter - wurden wir wieder von einem Helikopter geweckt. Wir überlegten schon, ob wir nicht Geld sparen und den Schweizern ein Auto kaufen sollten, damit die nicht immer mit dem Heli rumfliegen müssen. Wir machten uns dann aber nach einem kurzen und kalten Frühstück auf zum Albula.

Uns erwartete ein kurzer, aber heftiger Aufstieg. 10 Kilometer mit durchgehend 11% Steigung, aber eine grandiose Landschaft - beim Aufstieg wie bei der Abfahrt. Oben am Gipfel waren alle noch so in fahrt, dass wir direkt wieder runter fuhren.

Nach einer Diskussion, ob wir die Abkürzung suchen sollten oder nicht, beschlossen wir die Abkürzung zu suchen, die praktisch senkrecht an einer sonnenbeschienenen Wiese hochgeht. Wir fanden dann aber einen superschönen Lagerplatz für die Brotzeit und schreckten dabei die Dorfjugend beim kiffen auf. Die waren nicht so begeistert von uns Radlern, wir schon. Nach der Brotzeit noch schönes Ausruhen und Karusselfahren (das war ein Spielplatz), danach wieder auf die Fahrräder und weiter Richtung Davos.

Wir wollten uns noch mit Proviant versorgen, mussten allerdings feststellen, dass alle Läden auf dem Weg nach Davos geschlossen hatten. Gut, die Vorräte genügten noch und wir bekamen einen schönen Liegeplatz auf einer Wiese.

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Tag 7: OlioAglio gegen den Regen

24.08.2006

Übele war es schlecht und er hatte Durchfall. Dank Homöopathie und großer Selbstüberwindung (der Kerl hat einen Eisernen Willen) schaffte er es auf den Flüela, den höchsten unserer Pässe. Wir philosophierten, dass über Italien die Paten wachen, über Kranke aber die Homöapaten! Davor ging es durch Davos, da wos angeblich so schön ist, allerdings wirkte es noch ärmlicher und verhärmter als St, Moritz. Auf dem Weg nach oben fragten wir uns ob Julier, Albula und Flüela die Töchter von Wilhelm Tell waren? Wer hat da eine bessere Erklärung?

Auf dem Pass war ein schöner klarer, kalter See in den wir natürlich trotz tiefer Temperaturen springen mussten. Uoah!, der hatte unter 10 Grad. Beim Postkartenkaufen sagte die nicht mehr ganz jugendlich aussehende Verkäuferin: “Seit 76 Jahren bin ich hier oben, aber dass da nackte Männer reinspringen seh ich zum ersten Mal!” (und dann auch noch so Tolle!: Der Matthias bekam Applaus von Gästen des Hotels!).

Kaum war die Brotzeit ausgepackt fing es an zu regnen. Wir fragten beim Personal nach, und durften uns unterstellen. Kaum hatten wir das erste Brot ausgepackt, wurden wir von der SUPERUNFREUNDLICHEN Hotelchefin rausgeschmissen, d. h. draußen waren wir ja schon, aber wir sollten gehen, und zwar sofort. Dieses unfreundliche Verhalten wird hiermit gegeiselt!

Inzwischen traf Übi ein und wir schleunigst ins Tal. Die Abfahrt geriet uns immer knapp vor dem Regen und die Brotzeit fiel komplett ins Wasser: Suche nach geeignetem Schlafplatz. Beim Zeltaufbeu stellte Matthias fest, dass er seine Zeltstangen verloren hatte. Für uns ein Glück: aus seinem Zelt bastelten wir ein Dach und konnten trotz Regen einigermaßen trocken sitzen und kochen. Es gab Spaghetti OlioAglio für alle mit zwei Knollen Knoblauch und einem halben Liter Olivienöl: mit diesem kulinarischen Ereignis impregnierten wir uns von innen mit Öl um uns vor der Regennacht zu wappnen.

Es regnete die ganze Nacht.

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Tag 8: Der Name der Tour

25.08.2006

Früh morgens war noch alles in Wolken, aber man konnte den Durchbruch der Sonne ahnen. Beim Frühstück wurde der Name der Tour geboren:

THE GOOD THE BAD AND THE UGLYOLIO

Alle freuten sich, dass wir ohne Pass "nur" 80 km fahren wollten. Geschafft haben wir allerdings nur 70 und endeten kurz vor Landeck. Wir wurden gebremst durch strengen Gegenwind, strenge Gendamerie (Peter und Marius hatten die Geschwindigkeit auf der Autobahn überschritten und mußten zur Strafe auf den Radweg!) und leeren Gaskartuschen (niemand hat die in Österreich - fast niemand: in einem Campingplatz fanden wir - sehr teuer - die rettenden Dosen).

Beim Kochen und Essen gab es heiße Diskussionen über Schnorren und Teilen. Warum? Weil die Vorräte knapp wurden. Unterwegs wurde viel jongliert. Der Meister Matthias zeigte den Anderen spektakuläre Tricks. Am Abend gab es trotz nassem Holz wegen Feurgott Übele ein klasse Feuer, an dem bis zum Abwinken Lieder gegrölt und Kanons probiert wurden. Wolken zogen auf, aber als sie uns hörten wieder ab!

Tag 9: 12 bis 18 Prozent Steigung

26.08.2006

Am neunten Tag erwachten wir bei schönem Wetter und fuhren von Landeck nach Imst in einem Rutsch. Dann steil hinauf und oberhalb von Imst wurde Brotzeit in den Lerchenwäldern gemacht. Danach stand das Hahntennjoch an und von dieser Seite, von Imst nach Elmen, war es optisch ein Genuss und fahrtechnisch eine Herausforderung. Am Anfang standen 18 %, dann blieb es bei 12 % - 15 % Steigung bis ganz hinauf - uff.

Oben war es sehr sehr kalt. Wir fuhren runter auf unseren bewährten Platz oberhalb eines Tunnels. Doch kaum standen die Zelte, setzte auch schon der Regen ein. Jeder kochte für sich allein in seinem Zelt, welche knapper geworden waren, da einige Zeltstangen verloren gegangen waren, aber es war gemütlich.

Es regnete dann die ganze Nacht.

Tag 10: Klasse Tour

27.08.2006

Der letzte Tag der Radtour. Der Regen blieb, die Kälte auch. Wir wachten vom Geprassel auf und mussten die Zelte im Regen abbauen und abhauen. Trotz des Geichpasses fuhren wir die 60 Kilometer nach Hause in 3 Stunden. Der Regen blieb bis wir zu Hause waren. Was uns lockte war: Die Wanne ist voll - uh, uh, uh.

Der Abend: Frisch geduscht, gebadet, rasiert, poliert, frisiert und mit allen Resten an Lebensmittelvorräten treffen wir uns im RainBow und machen Kässpatzen. Wir fressen bis wir platzen und freuen uns:

Trotz Reperaturstreß und Kälteschocks: Klasse Tour!

Tourkarte

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