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Bulgarien 2012
JETZT MIT BILDERN!!
Vorspann/Prolog
Spätsommer im letzten Jahr: Peter kommt mit der Idee einer Bildungsreise nach Bulgarien in den Herbstferien. Stef klärt die Formalitäten und wir machen Werbung dafür. Leider nur zwei Anmeldungen. Die ganze Reise wird nun für die Osterferien geplant, dann umgeplant, dann überplant dann über den Haufen geworfen und völlig neu geplant und somit allen Bedürfnissen der langsam wachsenden Teilnehmergruppe angepasst. Um alle perfekt auf dem Laufenden zu halten richtet Herr Düsentrieb ein Internetforum ein, das bestens funktioniert aber leider von zu wenigen genutzt wird. Für Teilnehmer mit wenig Geld wird eine Spendenkasse eingerichtet und ein Benefizfestival veranstaltet. Einige Infotreffen finden statt und schließlich ist es soweit:
1. Tag
3.4.2012
Bericht Stefan
4:45! Erbarmungslos piiiept der Wecker und reist mich und Hanne aus einem schlaflosen Traum: wo - verdammt war der Schäferhund? Gähnen, Augen reiben, duschen dann die Telefonkette starten (um verschlafen zu verhindern). Erstaunlicherweise antwortet Marina noch während des 1. Klingeltons mit einem fröhlichen "Guten Morgen, Banni!" Bereits nach 10 Minuten ist die Telefonkette wieder bei mir und damit alles klar: keiner schläft mehr.
Nach dem FRÜHstück, das in Anbetracht der Uhrzeit seinem Namen alle Ehren macht gehts zum Kreisjugendringbus, der uns zum Bahnhof nach Bregenz bringen wird. Eine zweite Überraschung: Alle stehen pünktlich am vereinbarten Ort.
Peter, unser Reiseleiter und Michaela, seine hervorragende Assistentin, warten bereits am Bahnhof und wir müssen uns wirklich sehr beeilen, denn wir haben nur 1 Stunde Zeit um die 100 Meter zum richtigen Gleis zu hetzen. Wir schaffens! Hanne fährt löblicherweise den Bus zurück.
Den Rauchern stehen 7 harte, aber gesunde Stunden bevor, so lange wird die Fahrt nach Wien dauern. Unser Railjet rast über den Arlbergpass durch Innsbruck und Salzburg mit maximal 200km/h - doch leider mit Verspätung: schaffen wir den Umstieg zum Flugzeug?
Doch der Lockführer hat sich beeilt und fast pünktlich erreichen wir Wien-West. Michaela weiß, dass wir die U3, dann die S7 nehmen müssen. Kaum aus dem Zug, kommen die Raucher endlich zum zug währen der Rest die Tickets besorgt. Die S-Bahn fährt am riesigen Zentralfriedhof vorbei, der ja laut Wolfgang Ambross leben soll und wir schaffens pünktlich zum Flughafen. Trotz verwirrendem Gewummsel checken wir am richtigen Schalter ein und sitzen 1 Stunde später im Flugzeug.
Auf gehts es ist wie in der Achterbahn mit schönen Wolkenmeeren unter uns. Der Flug dauert bis Sophia 3 Stunden und in 10 Tagen werden wir in 1 Stunde nach Wien zurückfliegen, weil es dann bergab geht! Qwatsch: es liegt an der Zeitverschiebung. Bulgarien hat die Ost-Europäische Zeit und liegt damit 1 Stunde vor uns.
Ohne den 'Reiseleiter hätten wir in Sophia niemals den Weg zu unserem Hostel gefunden - den Schrift und Sprache sind sehr anders. Kaum haben alle ihr Bett belegt geht es einen Stock tiefer um im vegetarischen "DreamHouse" fantastisch zu speisen. Danach eine Tür weiter zum gemeinsamen absacken in den Irish-Pup. Das ist Europa: Wir kommen aus Deutschland, sind in Bulgarien und trinken Irisches Bier...
2.Tag
4.4.2012
Bericht: Jürgen
Guten Morgen Tag 2. Wir schreiben den 04.04. Mit einer sanften Rumpeln riss es mich aus dem Bett. Aber sonst ist alles gut. Jetzt gibt es erst einmal Frühstück. Freu mich schon!" Und das Internet-Hostel in Sofia schaut schlechter aus, als es ist. Man darf sich nur nicht an offen liegenden Stromkabeln stören. So liebe Leser jetzt erstmal Zähne putzen, frühstücken und Schlafsack aufräumen.
Nach dem Frühstück ging es zur Sightseeing-Tour. Wir zogen durch Sofia und schauten uns ungefähr jede Kirche von Innen an. Wir haben viel gesehen und auch ein bisschen was gelernt. Überwachungstürme an Hauptkreuzungen kommen noch von den Kommunisten, die Hl. Sofia mit einer schwarzen Eule auf dem Arm. Viele kleine Geschäfte mit Kleidung und Schuhen, den Büchermarkt, die Obst- und Gemüsestände mit mehr als faustgroßen Tomaten - die sahen absolut natürlich aus. Zum guten Schluss kamen wir dann ins kleine Forum von Sofia, die Markthalle. Da gab's wenigstens was zu Essen. Für die deutschen Touristen gab es vorbereitete Essensvorschläge auf welche nur gedeutet werden musste. Hannes und Stefan kauften ihre Essen allerdings an einem der Stände.
Wohl gestärkt gings dann zurück ins Hostel, wo wir unsere Rucksäcke zurückgelassen hatten, um diese zu holen. Alle freuten sich dann wie Schnitzel, dass es jetzt einen halbstündigen Fußmarsch mit Gepäck gab. Aber effektiv war es nur 2,32km weit - also ned so schlimm, wenn man bedenkt dass wir in einer Flughöhe zwischen 6 und 8km geflogen sind.
Jetzt sitze ich hier am Bahnhof in Sofia und warte auf den Zug um 15:40 Uhr, welcher uns nach Gorna Orjacharista bringen wird. Oh mein Gott! Der Zug ist ziemlich gut belegt, es können erstmal nur vier von uns sitzen. Den Restlichen blieb zunächst nur der Gang. Aber schon nach 40min wurde es besser und wir waren auf drei Abteile aufgeteilt. Aus Sofia raus hat man soviel gesehen: Armut, alte kaputte Fabrikgebäude, viele verwilderte verwahrloste Tiere, Müll, überall Müll - in jedem Fluss und viel an den Flussufern. Und nach weiteren vielen Stunden mussten wir umsteigen. Dort mussten dann drei von uns aufs Klo, aber als sie dieses erblickt (besser errochen) hatten, mußte schlagartig keiner mehr. So was hab ich noch nie gerochen.
Um 20:10 Uhr gings weiter nach Veliko Tarnovo wo wir um 20:30 Uhr ankamen. Und jetzt kam der Faustschlag ins Gesicht: nachdem kein Taxi und kein Bus kam mussten alle laufen und einigen war der zweite halbstündige Fußmarsch mit Gepäck einfach zu viel, auch weil es regnete und steil bergauf ging. Mit einer kleinen, gar winzigen Pause sind wir durchgelaufen. Im Hostel angekommen gab es erstmal die Zimmer von Peter zugewiesen und dann gab es Brotzeit - mit Oliven, Fisch, Käs', Wurst - oh das schmeckte. Bei gemütlichem zusammen Sitzen haben wir den Tag ausklingen lassen.
3. Tag:
5.4.2012
Bericht von Michaela
Am 3. Tag können wir uns morgens schon auf Bulgarisch begrüßen (falls die Zunge nicht noch vom nächtlichen Rakija betäubt ist): Dobre Utre! Und bulgarisch beginnt auch der Tag: relaxed! Jeder steht auf, wenn er ausgeschlafen ist (oder vom Zimmernachbarn geweckt wurde) und Milla begrüßt uns mit Kaffee und einem gedeckten Frühstückstisch: Toast, Gelbkäse (für Allgäuer geschmacklich eher enttäuschend), Wurst, Marmelade, sogar Müsli gibt’s!
Während der einzige Gast, dem das (inzwischen geflügelte) Wort "Schäferhund" kein Begriff ist, in Richtung Sofia aufbricht, ist ein anderer schon längst da: die Sonne scheint von einem wolkenlos blauen Himmel und eröffnet einen wundervollen Blick über die Dächer auf die Burg und Teile der Stadt. Das macht Lust, auf Erkundungstour zu gehen! Nach dem gemächlichen Frühstück werden Pläne für den Tag gemacht: die einen zieht es zum Shopping in die große Einkaufsstraße, die anderen lassen sich durch die verwinkelten Gassen bis in eher touristenferne Stadtteile von Veliko Tarnovo treiben. Beide Gruppen brechen ohne ortskundige Person auf und beweisen beim Schlendern über die unterschiedlichsten Straßenbeläge nicht nur Orientierungssinn sondern in den Cafés und Restaurants außerdem Verständigungsfähigkeiten.
Währenddessen spazieren die beiden ortskundigen Personen nur bis zum nächsten Café bzw. Zigarettenkiosk und hängen ansonsten viel auf dem Sofa auf der Hostelterrasse rum - nicht umsonst wurde dieser Tag im Programm als "lazy day" betitelt!
Dem faulen Teil des Tages widmen sich anschließend an ihre jeweiligen Entdeckungstouren auch die allmählich Zurückkehrenden. Erst gegen Abend bricht ein Teil der Gruppe noch zum Einkaufen fürs Abendessen auf. Die hungrigen Mäuler werden schließlich mit Pasta und Salat gestopft. Hinterher halten wir uns noch ausgiebig auf der Terrasse des Hostels auf. Todor, der Chef des Hostels, trifft am späteren Abend noch ein und wundert sich ein wenig über die Aktionen des Grüppchens, das "Pflicht oder Wahrheit" spielt. Zu sehr später Stunde brechen 3 Unerschrockene sogar noch zu einer kleinen Kneipentour auf - für die anderen heißt es: Leka Nost!
4. Tag
6.4.2012
Bericht von Daniel
Wetter: regnerisch
Uhrzeit: Spät
Frühstück: Brunch
Program: geändert (that's the bulgarian way of life - nix für dt. Schäferhunde)
Alternativprogramm I: Kunstgalerie (TN: Michaela, Johannes, Jürgen*, Stefan)
Alternativprogramm II: Burgbesichtigung (TN: Claudia, Marina, Andrea, Simone, Peter, und ich)
Nach unserem äußerst späten Frühstück und der darauffolgenden Diskussion bzgl. der Programmgestaltung (bzw. ob Programmpunkte geändert werden dürfen, wenn sich die äußeren Umstände für die Programmausführung als hinderlich erweisen) - dabei wurde von der Mehrheit aus Rücksicht auf die Minderheit beschlossen, zwei Programme zu begehen: zunächst 3 Personen (die Kunstinteressierten) gingen ins Kunstmuseum von Veliko Tarnovo, die anderen 7 wollten ursprünglich die ehemalige Königsresidenz (Veliko Tarnovo ist eine der vielen ehemaligen Hauptstädte Bulgariens) besichtigen, da es allerdings (wie es uns schien: nur über der Festung) wie aus Kübeln schüttete und gerade der Vorplatz frisch gepflastert wird entschieden wir kurzfristig, diesen Programmpunkt "etwas" abzuändern und stattdessen ein Café aufzusuchen. Den von Peter empfohlenen und von zwei Personen bestellten "walnutpie" entpuppte sich (voraussichtlich auf Grund von Verständigungsproblemen) bei genauerem Hinsehen allerdings als "bananapie", Claudias Essensbestellung wurde komplett ignoriert - ansonsten konnte man sich allerdings nicht beschweren.
Die Kunstgruppe stand wegen Ausstellungswechsel vor verschlossenen Toren und nutzte die Zeit und entschloss sich eine weitere Stadterkundung zu begehen. Jürgen begrüßte dabei ein hübsches Mädchen mit einem freundlichen "Blago darja" ("Dankeschön").
Nach unserer Rückkehr zogen sich die meisten Teilnehmer zurück und verbrachten die Zeit mit Musik hören, Lesen, Backgammon spielen oder einfach nur mit Napping - ein Vorteil, wenn eine komplette Stadt vom Internet getrennt wurde.
Resteverwertung war Motto des Abendessens. Nachdem Essen gabs noch eine gigantische Lichtshow auf dem gesamten Festungsgelände (ca. 3000m²), welche mich allein von technischer Seite aus begeisterte - ich möchte nicht wissen, wie viele RGB-Scheinwerfer eingesetzt wurden, wie lange die Programmierung dauerte und wie viel Strom dies verschluckt.
Danach wollte uns der Reiseleiter das Nachtleben zeigen und führte uns zunächst in eine relativ langweilige irische Bar, welche wir nachdem man uns mit "Ziegg Cheil"-Schreien provozieren wollte verlassen hat. Runter ins "Melon" - Livemusik mit einer grandiosen Coverband. Die Stimmung steigerte sich zum Siedepunkt - Headbangen am Tisch, Jürgen mit seinem Moonwalk auf der Tanzfläche, die Alkoholmischgetränkebestellung erreichte einen dreistelligen Betrag. Wir mussten den Heimweg alleine antreten, da der Reiseleiter von einer österreichisch-bulgarischen Gruppe entführt wurde.
5. Tag
7.4.2012
Bericht von Marina
Als ich heute früh aufgewacht bin, scheint die Sonne durch die Vorhänge hindurch, ein guter Tag! Vor allem hab ich mich gewundert dass es mir gut ging nach der gestrigen Nacht. Nachdem ich die grundlegenden Bedürfnisse befriedigt hatte bin ich erst mal zum Frühstück, der größte Teil war schon wach und fit, auch unserer Reiseleiter obwohl er ja länger weg war als wir. Nach einen ausgiebigen Frühstück (Kaffee, Toast mit Butter, Marmelade, Wurst, Käse, Müsli), haben sich langsam alle eingefunden und sich hergerichtet zum wandern. Unsere Wanderung begann mit 2,5 Stunden Verspätung. Vom Hilkers Hostel sind wir erst mal links nach oben gelaufen, vorbei an einen Spielplatz, der die Sicherheitsstandards in Deutschland nicht überstanden hätte, da er in dem Sinne einfach Schrott war. Naja, wir sind dann einen schmalen Einmann-Pfad entlang gelaufen immer bergauf der Sonne entgegen. Irgendwann nach gefühlten Stunden sind wir auf einen Schießübungsplatz vorbei gekommen dort oben war es etwas windig aber angenehm. Wo es nauf geht, geht es auch wieder nunter und ein steiler Abgang erwartete uns. Ab und an musste ich beim runter gehen die Hilfe vom Stefan in Anspruch nehmen, da es alleine nur schwer ging - der Weg war sehr steinig... Nun gut nach dem wir den steilen Abgang überlebt haben, kamen wir an einen kleinen Bach. Dort wartete auch schon der Rest unsere Truppe. Eigentlich wollte ich dort meine Flasche auffüllen aber der Peter hat gemeint dass das Wasser hier nicht gut sei.... Nach einer kurzen Verschnaufpause ging der Pfad fast eben weiter mit leichten Kurven und angenehmer Stille der Natur und einem kalten Wind. Nach einem kleinen weiteren Fußmarsch haben wir unsere zweites Ziel schon erreicht: den zweiten Wasserfall. Dort sind wir durch kleine Felsen geklettert und standen dann da. Stefan und Johannes ließen es sich nicht nehmen und stellten sich unter dem Wasserfall um eine kalte Dusche zu nehmen. Nach dem Halt ging es steil, steiler am steilsten hinauf und in Gedanken verfluchte ich den Herr, der die Reise plante; von wegen *Urlaub und so*. Endlich nach lannnnnnnnnnnnger Dauer kamen wir oben an und sind dann weiter den Pfad entlang, durch grüne Natur und meisten nicht steil aber dennoch bergab. Nach diesem angenehmen Marsch sind wir dann irgendwann auf eine geteerte Straße und endlich am Kloster, unserem Hauptziel, angekommen. Peter hat uns erklärt das es ein Kloster nur für Männer war und im 1300 Jahrhundert erbaut worden ist und das dass Kloster der Frauen auf der anderen Seite liegt. Nachdem wir es uns angesehen haben und Fotos gemacht haben, hat sich unsere Gruppe gespalten. Peter, Claudia, Simone und ich wollten gleich zum Hostel zurückkehren. Kaffee, Jürgen, Andrea, Michaela, Johannes und Banni wollten noch etwas weiter gehen. Nach dem die Petergruppe die geteerte Straße runter ist, haben wir noch kurze Zeit an der Straße gewartet bis uns der Bus wieder mit nach Veliko Tarnovo genommen hat. Den letzten Rest Berg haben wir auch noch geschafft. Danach haben wir drei Mädels uns ins Wohnzimmer verzogen. Peter hat Besuch bekommen. Irgendwann kamen dann die anderen zurück und haben erzahlt das Sie eine weiße Schlange mit schwarzen Punkten gesehen haben und ein großes totes halbzerfressenes Tier. Deswegen gab es heute auch zum Abendessen einen leckeren Gurken - Mais - käse Salat, und einen vegetarischen Eintopf. Der Tag war anstrengend und der Weg war steinig und schwer aber sehr naturbewusst und ausgleichend. Jetzt den Abend noch ausklingen lassen. Bis Demnächst!
6. Tag
8.4.2012
Bericht von Andrea
Der 6.Tag isch jetzt au scho rum
des find ich wirklich dumm.
Ostersonntag wäre heut daheim
da könne mer aber leider it dabei sein.
Drum ham wir die bunten Eier mitgebracht
und lernen wie der Bulgare das mit den Eiern macht.
Versteckt wird da nix und gesucht au nicht [it?]
sondern Eierstechen ist hier Pflicht.
Jeder nehme sich ein Ei zur Hand
und schlage die dann gegen einand'
Gewonnen hat der dessen Ei heile bleibt
der andere kann sein Ei dann aber essen voll Neid.
Heut werden wird uns au auf den Weg nach Balchik machen,
und Veliko Tarnovo verlassen. [:-(]
Aber heute ist nicht alle Tage,
wir kommen wieder keine Frage.
Nur 2 Tage sind wir fort,
drum lassen wir au die meisten Sachen dort.
Das Wetter macht au ganz komische Sachen,
5 Minuten Sonne, dann lässts der Regen wieder krachen.
Im Trockenen brechen wir zur Bushaltstelle auf,
da geht's diesmal den Berg runter und it rauf.
Um 3e geht's dann los ans Meer,
darauf freuen wir uns alle sehr.
4 n'halb Stunden Busfahrt müss mer überstehn'
aber es gibt auf dem Weg so einiges zu sehen.
Los geht's auf den eher maroden Straßen,
da kann der Busfahrer gott sei dank it so rasen.
Die Landschaft isch au eher faad,
dies isch eigentlich wirklich schaad.
Baufällige Häuser aber trotzdem bewohnt,
und alte Fabrikgebäude, wo sichs sanieren nimmer lohnt.
Der Michaela wird’s dann au no übel,
aber dank Bannis Hömeopathischer Reiseapotheke brauchen wir keinen Kübel.
Endlich ham mer dann die Autobahn erreicht,
aber entspannen fällt da au it leicht.
Die Schlaglöcher werden zwar etwas kleiner,
aber von deutschen Autobahnen no weit entfernt, denkt sich unser einer.
Wir nähern uns dem toten Meer, wenn au it besonders schnell,
bloß so langsam isch es nimmer ganz so hell.
Varna erreichen wir so ca um 6 Uhr,
es isch also ein Ende in Sicht mit der Tortur.
Eine Stunde später sim mer dann dort,
und wollen au gar nimmer fort.
Die Hotelzimmer sind au voll super klasse,
jedes mit nem Balkon oder ner Terrasse.
Eigentlich hätt mer sogar nen Pool,
aber ohne Wasser isch des eher uncool.
Auf geht's zum Essen direkt ans Meer,
darauf freuen sich alle sehr.
Shopska, Chesars Salat und Salat mit Lachs,
haben wir dann verputzt ratz-fatz.
Zum Hauptgang gibt’s Mauscheln auf vielerlei Art,
Captains, Sheemans, oder im Selerie Sud gegart.
Simone isst fast mehr Muscheln als sie selber wiegt,
hoff mer mal dass ihr des dann später it im Magen liegt.
Marina und Michis Hauptgang wird zwar vergessen,
naja vielleicht hams die in der Küche glei aufgegessen.
Stattdessen gibt's dann Creme bruillee zu Nachtisch,
die isch dann no besser als der Fisch.
Mehr Kugelnd als laufend geht's dann zum Hotel zurück,
da wartet ein kuscheliges Bett, welch ein Glück.
So endet der Tag im Schlummerland,
und alle sind auf den morgigen Tag schon sehr gespannt.
7. Tag
9.4.2012
Bericht von Andrea
Blumen im Botanischen Garten,
so 20 Arten,
von Rosen Tulpen und Narzissen.
Sehen wir heute,
wir 10 ähhhh 9 Leute,
und wollen ganz viel drüber wissen.
Viele kleine grüne Kakteen
sind in der Erde drinnen.
Hollari, hollara, hollero.
Die Rosen blühen noch nicht,
dafür gibt es Spinnen,
hollari, hollara hollero.
Ein Schlössle des gibt's au
Der Sitz einer schönen Frau
Wir ham so darüber gelesen und sind jetzt sehr schlau.
Heute war eigentlich unser Tag am Meer geplant, aber was kommt schon wie geplant. Der Blick aus dem Fenster lies des schlimmste vermuten, beim öffnen der Balkon Tür traf uns dann fast der Schlag, es hatte nur knapp 6 Grad draußen. Ahhhhhhhh des isch verdammt kalt. Naja dann hieß es wohl Wintersachen rauskramen. Viel hatt mer da zwar it dabei aber wenigstens das nötigste.
Unser Plan wurde hin zur Besichtigung des Schlosses und des Botanischen Gartens korrigiert. Vielleicht könn mer ja sogar Eisbären oder Pinguine auf dem Weg dorthin bestaunen, bei den beinah arktischen oder antarktischen Temperaturen wär des ja it [ah, da isses - wurde wohl nur wegen des vers mases it richdig verwendet] weiter verwunderlich. Aber daraus wurde leider nix. Wir ham lediglich einige Schäferhunde [ xx ] zu Gesicht bekommen :). Der Weg zum Botanischen Garten führte direkt am Meer entlang, was einige Todesmutige (Banni, Marina und Jürgen) auf die glorreiche Idee brauchte man könne ja am nächsten Tag in aller herrgotts frühe schwimmen gehen. Ach ja warum au it, des Wasser hatte ja schließlich scho fast 11 Grad. Aber naja ...
Am botanischen Garten angelangt waren wir erstmal etwas enttäuscht dass nur so wenige Blumen schon blühen. Aber zu sehen gabs trotzdem genügend. Das kleine Schloss, dass als Feriensitz für die Rumänische Königen Marie gebaut wurde war ein echtes Highlight. Außerdem gabs eine kleine Kapelle, einen Brunnen und zahlreiche Wasserfälle. Eine Beete die etwas höher und windgeschützter angelegt sind, zeigten schon die volle Blumenpracht. Es waren sehr viele verschiedene Blumenarten zu sehen, die prachtvoll zu Formen angeordnet wurden. Auch einige Kakteen sind schon aus dem Winterschlaf erweckt worden. Des Weiteren konnten wir das Hofeigene Weinhaus besichtigen, das besonders süßen Wein mit Honig herstellt.
Aber das absolute Highlight des Gartens war der Hof-xylophonist, der sämtliche Nationalhymnen spielen konnte und uns dann noch bestens mit Musikstücken wie dem Cardas oder dem Türkischen Marsch unterhalten hat.
Der imposante Rosengarten war noch im Winterschaf, deshalb konnten wir leider nichts davon sehen.
Aber nichts desto Trotz war es ein wirklich schöner Tag.
Zum Abendessen gings ins gleiche Restaurant wie Tags zuvor. Das Essen dort war einfach spitzen Klasse. Diesmal wurde nicht mal etwas vergessen. Der überaus mächtige Garagen Kuchen (gemein hin als Schokotorte bekannt) hat uns dann alle vollständig und bis an den Rande des Platzens gesättigt. Anschließend musste wir natürlich noch einen kleinen Verdauungsschnaps trinken um den Abend gebührend ausklingen zu lassen.
So und jetzt gehts dann ab ins warme und kuschelige Hotelbettchen.
Gute Nacht und süße Träume!
8. Tag
Di. 10.04.2012
Bericht von Marina
Um 7. 00 Uhr hätte normalerweise mein Wecker geklingelt aber da ich die halbe Nacht nicht gut schlafen könnte war ich schon um 6.45 wach, aber noch nicht so wirklich munter, Aber es half nichts, da ich mit Banni und Jürgen vereinbart hatte das wir uns um halb 8 in der Lobby treffen da wir ja noch unbedingt ins Meer wollten, musst ich wohl oder übel aufstehen, da mir das Duschen davor als sinnlos erschien hab ich mir nur meinen Badeanzug angezogen und meinen Klamotten noch schnell ein Handtuch gegriffen und dann erst mal an Andreas Tür geklopft. Als sie halb verschlafen die Tür aufgemacht hat hab ich sie gefragt wo der Jürgen ist, Der ist schon unten war die knappe Antwort, ich so na dann und bin Runter in die Lobby gegangen. Als ich Jürgen begrüßt habe bin ich erst mal raus an die frische Luft und fand mein Vorhaben gar nicht mehr so toll den das Thermometer zeigte 5 Grad im Schatten an. Nach dem dann der Banni und der Johannes kamen (Johannes wollte sich das nicht entgehen lassen und Fotos machen) sind wir zum Strand gelaufen um eine geeignete Stelle zum Reingehen zu finden. Jürgen war der erste der mit den Füßen im Wasser, aber er kam so schnell wieder raus und hat nur gemeint im dem Wasser kannst nicht schwimmen, nach dem ich mich soweit umgezogen hatte hab ich es auch mal zu Fuß probiert und fand es scheußlich kalt, Banni ist schnellstmöglich rein ist ne Runde geschwommen und schnellstmöglich raus, der Jürgen hat sich dann doch getraut und ist in die Kalte Meer. Ich habe mir geschworen ich kneife nicht und so bin ich ein Stück rein und wieder raus und wieder rein und wieder raus, als ich zum dritten Mal drinnen war hab ich mich nach kurzem Überlegen schnell hingesetzt und mich zurück fallen lassen, danach war ich aber auch ganz schnell wieder draußen - die Erfahrung war: "es war ARSCHKALT". Die Balchik Einwohner fanden das ganze ziemlich Interessant und Amüsant: sie haben das Ganze wohl fotografiert und sind mit einen BRRRRR an uns vorbei gelaufen. Als wir drei mutigen Irren beim Hotel angekommen sind waren wir erstmal Duschen. Der Peter hat mich nur mit einen halb ärgerlichen - halb entsetzten Kopfschütteln begrüßt. Nach dem wir alle gefrühstückt haben und soweit unsere Sachen gepackt haben, hieß es Abschied nehmen von Balchik und vom Schwarzen Meer. Wir sind mit dem Bus Richtung Varna, nach dem Peter mir so eine halbe Standpauke gehalten hatte machten wir irgendwelche Seltsamen Kofferpackspiele, haben Ratespiele gespielt oder einfach nur die Fragen beantworte welche Länder am Schwarzen Meer liegen, wie viel Länder in der EU sind, wie viel von ihnen den Euro haben und die Bundesländer und deren Hauptstädte naja dadurch ging die Stunde ziemlich schnell rum und wir kamen in Varna beim einer Haltestelle an und mussten dann Peter zum Bahnhof hinterherhetzen. Dort hatten wir noch ca. 2 Stunden Aufenthalt bis unser Zug gefahren ist. Die eine Hälfte ist in Varna rumgeschlendert, die andere blieb am Bahnhof und hat auf das Gepäck aufgepasst. Um ca. 5 waren wir alle beim Hikers Hostel in Veliko Tarnovo angekommen - außer Banni und Peter die waren einkaufen. Irgendwann gabs dann mal Abendessen, Brot mit verschiedenen Füllungen und Salat... Lecker, lecker, nach dem sich die Hälfte verstreut hat sitzen wir nun hier, hören Peter und Banni beim Gitarre spielen zu und singen ab und an mal mit, kann wohl noch länger gehen .... schönen Abend noch und Gute Nacht. Eure Marina
9. Tag
Mi. 11.04.2012
Bericht von Peter
Das schönste am Tag kann vor dem eigentlichem Tag sein: Die Zeit, bis alle von der Reisegruppe wach waren, nutzte ich für ein ausgiebiges Gespräch mit meiner Freundin, die auch im Hostel arbeitet; einen ausgiebigen Plausch bei starkem Kaffee und unzähligen Zigaretten. Mila arbeitet seit 2005 im Hikers Hostel und hat nach einiger Zeit Pause (Kind) dieses Jahr wieder angefangen. Sie ist studierte Philosophin macht aber lieber praktische Arbeit mit Touristen, als Übersetzerin etc. Von ihr stammen so legendäre Aussagen wie „ there are no reasons for some things in Bulgaria“ und „it all depends on … something!“, die mir das Land der Bulgaren anfänglich erklärte...
In der Zwischenzeit waren Jürgen und Stefan zum 7 km entfernten Frauenkloster unterwegs. Sie sind hingejogged, haben das Kloster mit freundlicher Führung einer Nonne und ihres offensichtlichen Freundes (des Taxifahrers) besichtigt, dann wieder heimgejogged!
Gerne hätte ich noch weiter geplauscht, aber irgendwann hatten doch alle gefrühstückt und waren voller Tatendrang. Also los, Reiseleiter ich...
auf dem Programm steht heute Hotniza. Etwa 20 km entfernt von BT gibt es dort einen kleinen Canyon, durch den ein Ecotrail (etwa: Premiumwanderweg mit Naturschönheit) läuft und der in einem Wasserfall endet. Der Gumpen um den Wasserfall wird gerne zum Baden verwendet, Drumherum picknickt man. Alle sind von der Naturschönheit begeistert, weniger von den 10 km zurück zum Bus. Aber Bildung bedarf laufen – man sieht ja dann viel mehr: Wiedehopf, Kuhherden, bulgarisch Recycling, „Bohnenbäume“ die sich zur Percussion eignen, etc...
Einschub von Simone: Der Ausflug zum Wasserfall war unbeschreiblich schön, für mich war dieser Ort ein Paradies. Das Wasser: eine Mischung aus türkis-blau und jade-grün. Wir fuhren dorthin mit 2 Taxen da es dort keine Anbindung zu öffentlichen Verkehrsmitteln gab, die Taxen waren aber im vergleich zu Deutschland spott billig. Der Weg am Wasserlauf entlang war ein riesiger Abenteuerspielplatz, ein bisschen wie ein Klettersteig. Es ging steile Holzleitern und Treppen hinauf und hinunter, über wacklige Holzbrücken und auf Trampelpfaden entlang. Das letzte stück um die Hochebene zu erreichen mussten wir über große Felsen klettern, der Ausblick war gigantisch schön und die Sonne schien. Auf dem Rückweg hatte ich eine kleine Begegnung mit einer Schlange, die sich vor mir aber mehr fürchtete wie ich mich vor ihr, trotzdem lief ich schreiend und hysterisch davon:) Wieder unten am Wasserfall angekommen badeten die Mutigen, das Wasser war zwar arschkalt aber es war trotzdem ein Erlebnis wert. Der Rückweg gestaltete sich anders wie erwartet, Peter ging von 30- 60 min aus, letztendlich liefen wir 2 stunden um zum nächsten Dorf zu gelangen aber wir nahmen es gelassen. Im Dorf dann endlich angekommen kauften wir im kleinen Dorfladen für unseren Grillabend ein, was die Verkäuferin sehr freute. Ich glaube soviel Umsatz macht sie nicht alle tage Mit dem Bus fuhren wir zurück zu Veliko Tarnovo. Meiner Meinung nach der schönste Tag
Zurück wird gegrillt. Ganz bulgarisch mit Kebaptsche (viereckigen Hackfleisch Röllchen) etc.
Anschließend bleiben wir zuhause und veranstalten eine grandiose Unplugged – Session mit 2 Gitarren, Percussion und viel Freude am nicht immer richtigem Singen. Auf dieser begleiten uns je nach gusto Mavrud und Ganza. Dies sind alte Bulgarische Traubensorten, die einen gar vorzüglichen Rotwein abgeben. Bildung kann so lecker sein...leka noscht!
10. Tag
Do. 10.04.2012
Bericht von Simone
Als ich am späten Vormittag erwachte waren bis auf Claudia und Marina schon alle auf.
So begab ich mich hinunter zu den anderen und erfuhr dort den anstehenden Tagesausflug, Besichtigung einer Höhle und eins weitern Klosters.
Da ich spät dran war ließ ich das Frühstück ausfallen, duschte schnell, zog mich an und dann gings auch schon los.
Marina und Michaela waren schon losgegangen um noch Kleinigkeiten in der Stadt zu erledigen, Peter, Claudia, Jürgen und Andrea blieben im Hostel.
So marschierten Stefan, Hannes, Daniel und meine Wenigkeit zum Bahnhof. Das letzte Stück mussten wir joggen um den zug noch zu erreichen aber kurze zeit später saßen wir alle im richtigen Zug und fuhren los. Die richtige Haltestelle verpassten wir beim ersten Mal leider, weil diese nicht als Haltestelle erkennbar war, also fuhren wir mit dem nächsten Zug wieder zurück zur richtigen. Mitten in der Pampa stiegen wir aus, der Weg zur Höhle war kurz aber schön (Wald, Felswände, Wasserfall). Die Höhle war gut ausgebaut, beleuchtet und sehr geräumig aber leider waren nur 300 m inklusive 2 größeren Hallen zugänglich. Insgesamt war die Höhle 4km lang und wurde schon von Neandertalern bewohnt. Am Ende des begebaren Stückes kamen wir in den sogenannten "Konzertsaal" wo wir "Bruder Jakob" im Kanon anstimmten. Auf dem Weg zum Kloster waren wir dann alle hungrig und machten einen Zwischenstop an einem Restaurant wo wir uns eine Kleinigkeit einverleibten. Das Kloster selber war sehr von Tourismus geprägt, überall Verkaufstände und ein kleine "Zoo" mit Hühnern, Kaninchen, Pfauen etc. war auch dabei. Lange hielten wir uns dort nicht auf weil wir auch zurück zum Bahnhof mussten. In Veliko Tarnovo wieder angekommen ging ich mit Marina und Daniel auf den Markt um noch ein paar Dinge fürs Abendessen einzukaufen. Als wir wieder im Hostel ankamen waren wir alle sehr erschöpft aber das Abendprogramm stand uns noch bevor. Um ca 23 Uhr gingen wir in die Melon Bar, einige für einen schönen Abend mit Live Musik und guter Stimmung, andere für eine etwas längere Nacht :) Aber morgens waren alle wieder da.
11. Tag
Fr. 13.04.2012
Bericht von Hannes
Nach einer langen und durchzechten Nacht besuchen Michaela, Stefan und ich das Kunstmuseum in Veliko Tarnovo und kamen diesmal nach drittem Versuch sogar rein. In der Ausstellung hing nicht nur, wie Peter gemeint hatte „altes Zeug“ sondern auch gute und schlechte neuere Sachen. Michi besorgte anschließend Karten für unsere Rückfahrt und als Stefan und ich am frühen Nachmittag von der Ausstellung zurückkehrten lag Simone immer noch im Bett und streichelte ihren Kater...Da es schon der Tag unserer Abreise war, mussten wir uns ums Packen kümmern. Die Abreise ist für 12Uhr nachts geplant so dass wir noch Zeit hatten Peters eigenes Haus im Bulgarischen Niemandsland zu besichtigen. Das Haus steht in Yantra. Einem der wenigen Dörfern, in dem versucht wurde die Roma und Sinti sesshaft zu machen. Weil sich diese Leute überwiegend mit betteln über Wasser halten sind ihre Dörfer sehr heruntergekommen und genießen unter den Bulgaren keinen guten Ruf. Schon das nächsten Dorf, das näher an der Stadt lag und in dem mehr Bulgaren lebten die in die Stadt arbeiten war weniger verwahrlost.
Für diesen Ausflug hatten wir uns vom HostelChef Toschu seinen 7-Sitzer ausgeliehen und hatten auf der Rückfahrt mit Schlaglöchern und Gegenverkehr auf engen steilen Straßen zu kämpfen. Zurück im Hostel stand unser Gepäck stand schon fertig gepäckt und Simone lag immer noch im Bett. Wir konnten zu unserm letzten großen bulgarischen Fressen aufbrechen. Spät um 1Uhr Nachts brachen wir mit 3 Taxis Richtung Bahnhof in die Nachbarstadt Gorna Orchiachovitza auf und hatten bis dahin Zeit für brutzelnd fett gefüllte Sasch-Platten, heißen Platten mit sämtlichen Zutaten von allen Sorten Fleisch bis Gemüse, dazu Schopska und Sagorka, Tomaten, Gurken und Weiskäse -Salat und das beste bulgarische Bier und zur Verdauung Pliska (Weinbrand) oder Creme Bruele. So ein Essen kostete uns im Schnitt 24 Leva, umgerechnet 12 Euro. Jürgen aß eine Pizza extra groß und das beinahe zweimal!
12. Tag
Sa. 14.04.2012
Bericht von Claudia
Um Mitternacht geht es los mit 3 Taxen von Veliko Tarnovo Richtung Gorna Orjachoviza. Es kostet uns zwischen 12 und 18 Leva, wofür man bei uns mit dem Taxi eigentlich nirgendwo hin kommt. Dort angekommen, hieß es nun ca. 1,5 Stunden warten auf den Nachtzug nach Sofia.
Als es um 02:08 Uhr weiter geht, herrscht erstmal Stille im Zug, weil jeder nur versuchen möchte zu schlafen, was weiß Gott nicht so bequem und einfach ist, da die Fahrt doch über 4 Stunden ging. Obwohl wir das ja jetzt eigentlich schon gewohnt sein sollten.
In Sofia angekommen, geht’s erstmal mit der U-Bahn ins Stadtinnere und dann per Fußmarsch zum Mc Donalds um zu frühstücken.
Nun laufen wir zum nächsten Ticketschalter für die S-Bahn um Richtung Bahnhof zu kommen, in die Bahn eingestiegen, werden Johannes und ich erstmal von 3 netten Männern gebeten die Tickets vor zu zeigen, als es an der nächsten Haltestelle plötzlich heißt „aussteigen!!“ Nachdem alle ausstiegen und versucht haben mit den Herren zu reden, riefen sie die Polizei, die alles recht wenig interessierte. Wir sollten eine Strafe von 20 Leva pro Person zahlen, da das Ticket nicht richtig abgestempelt war. Was wir nicht taten, da uns die Sache einfach ziemlich spanisch vorkam. Zu Fuß gings dann weiter um mit dem Bus Richtung Flughafen zu kommen, da es doch ein wenig knapp wurde. Den richtigen Bus endlich gefunden, alle eingestiegen und schon kam der nächste Hammer. Der Busfahrer wollte uns die Tickets nicht geben, von den nächsten 2 netten Kontrolleurinnen rausgezogen und kurz vor unserem letzten Halt rausgeschmissen. Die Damen wollten von uns 10 Leuten jeweils 20 Leva, die wir auch nicht bezahlt haben, weil wir zuvor noch mit dem Busfahrer diskutiert haben und die Damen dies mitbekommen haben. Wir sind dann einfach weitergelaufen und haben die Damen stehen lassen. Im Stechschritt ging es nun zum Flughafen, den wir doch noch rechtzeitig, mit schlechter Laune, erreicht haben. So jetzt hieß es nur noch einchecken und Duty-Free Sachen einkaufen. Um kurz vor eins wurden wir zum boarden aufgerufen und dann gings schon los ins Flugzeug. Kurz vor dem Einstieg fing es auf einmal an wie aus Kübeln zu gießen, da ging es mir schon durch den Kopf „vielleicht können wir bei solchen Witterungen nicht fliegen???“ Ich wollte doch einfach nur heim, aber umsonst Sorgen gemacht. Der Flug verlief ohne Reibungen, außer das Jürgen vielleicht immer noch Fingernägelabdrücke auf seinem linken Arm von mir hat.
In Wien angekommen hieß es nun so schnell wie möglich mit der S7 und dann mit der U3 zum Wiener Westbahnhof, damit wir den Anschlusszug kriegen, hat nicht geklappt. Der ist nämlich ausgefallen, dafür gabs ne viertel Stunde später ne Bimmelbahn nach Salzburg. Dort gings weiter mit der S-Bahn nach Mühldorf und von dort aus zum Münchner Hbf. Den nächsten Umstieg von 10 Minuten haben wir locker leicht hinbekommen, da wir ja jetzt wissen, wie es ist, zu Zügen zu hetzen. In diesem Zug mussten wir uns erstmal einen Platz suchen, da die Bayernfans sich über den ganzen Zug verbreitet haben. Hat trotzdem alles geklappt, dann nur noch in Buchloe umsteigen und ne Stunde später waren wir am Ziel, Immenstadt Bahnhof. Dort warteten auch schon unsere Lieben, die Hanne und der Roland, auf uns, doch nach gut 25 Stunden Fahrt, 14 mal Umsteigen, konnte man sich einfach nur noch aufs Bett freuen. Das letzte Mal fallen sich noch alle in die Arme und die Wege trennen sich wieder. Im Großen und Ganzen war es eine schöne, erlebnisreiche Reise, mit persönlichen Höhen und Tiefen. Trotzdem haben wir es alle überlebt und keiner ist zurückgeblieben oder beschädigt nach Hause gekommen. In diesem Sinne, Gute Nacht und Bis bald Eure Claudia
Nachwort/Epilog
Das haben wir gelernt:
- Europa ist vielfältig. Bulgarien ist im Schengen-Abkommen
- Die Währung ist Lewa, die Kleinen heißen Stotinki. Der Kurs ist an den Euro gekoppelt und entspricht im Wert etwa der Mark, da sie früher an die Mark gekoppelt war.
- Die Lebenshaltungskosten sind hier für uns sehr billig, wenn man bulgarische Artikel kauft kostet ca 1/10 bis die Hälfte. Westliche Marken und auch Benzin kosten dasselbe wie bei uns, sind also für die Einheimischen sehr teuer!
- das deutsche Denken und planen ist völlig anders als das Bulgarische
- Der nicht richtig gedachte und auch noch falsch ausgeführte Sozialismus hat nach seinem Ende tiefe Wunden und große Armut hinterlassen: aufgelöste, kaputte Fabriken, verlassene, zerfallene Dörfer, nicht funktionierende Strukturen etc
- Riesige Felder, noch aus der Kolchosewirtschaft in Monokultur sind langfristig nicht so gut wie kleinteilige Strukturen
- Obwohl wir so weit südlich sind kann es hier empfindlich kalt werden - im Winter hat es Schnee - Dafür sind die Häuser schlecht isoliert.
- der öffentliche (Nah)Verkehr kann funktionieren, wenn er häufig fährt und billig ist. Allerdings müssen die Fahrpläne in Sophia besser gestaltet werden und die Kontrolleure in Freundlichkeit und Ehrlichkeit geschult werden!
- Es gibt saugutes Essen!
- Die Bulgaren sind sehr freundlich
- Wer in Deutschland über Schlaglöcher jammert, sollte mal nach Bulgarien.
- Es gibt fantastische, paradiesische Landschaften und grandios versyphte Städte - vermutlich ist nur in (angehenden) Touristengebieten Geld zum renovieren da.
- Auch eine 10 köpfige Reisgruppe mit unterschiedlichsten Definitionen über Urlaub, Bildungsreise und Organisationsgrad kann bestens harmonieren.
- Wenn man es schafft mit viel Mühe die kyrillischen Schriftzeichen zu entziffern, stellt man fest, dass viele Wörter fast dieselben sind, wie bei uns; wir vermuten, dass es die Wörter mit lateinischen Wurzeln sind. Auch deutsche Worte finden wir 1 zu 1 wieder: zB. Kartoff oder Marka
- Die Deutschen heißen hier "Nemski", was wörtlich übersetzt "die Sprachlosen" heißt.
Vielen Dank auf jeden Fall an unsere grandiosen Reiseleiter Michaela und Peter – zusammen ein Super-Team mit deutscher Gründlichkeit und bulgarischer Gelassenheit!